WDVS — Fassadendämmung, die komplette Montage

Außendämmung ist ein System, kein Produkt: Plattenkleber, dann Platten, dann Dübel, dann ein gewebearmierter Unterputz, dann der Oberputz. Jede Lage schützt die darunter, und jede Abkürzung der Reihenfolge zeigt sich binnen zwei Wintern an der Fassade. Dieser Leitfaden geht die Reihenfolge, die man nicht abkürzt.

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Platten kleben: Wulst und Punkte

Auf die Plattenrückseite: umlaufende Kleberwulst + drei Batzen in der Mitte, sodass der Kleber nach dem Andrücken mindestens 40 % der Platte benetzt. Die Randwulst ist keine Kosmetik — sie sperrt die Luft hinter den Platten, und Hinterströmung streicht die halbe Dämmwirkung. Platte andrücken und sofort mit der Latte an die Nachbarn anrichten.

Die Platten kommen im halben Verband wie Mauerwerk, verzahnen sich an Gebäudeecken, und ein Plattenstoß liegt nie auf der Laibungslinie eines Fensters oder einer Tür — Öffnungsecken werden aus L-förmig geschnittenen Platten gebildet. Fugen zwischen Platten werden mit Dämmstreifen oder Schaum gefüllt — niemals mit Kleber: Kleber in der Fuge ist eine Wärmebrücke, die später ihre Linien auf die Fassade zeichnet.

Schleifen und Dübeln

Nach 24–48 Stunden werden die Platten mit dem Schleifbrett bündig geschliffen — jede kleine Stufe jetzt wird zum ewigen Schatten auf der fertigen Fassade. Dann die Dübel: 6 Stück/m² als Grundschema (mehr an Ecken und Obergeschossen nach Windlast), der Teller bündig mit der Plattenfläche, nicht tiefer.

Unterputz und Gewebe: das Herz des Systems

Den Unterputz 3–5 mm mit der Zahnkelle auftragen und das Glasfasergewebe ins äußere Drittel der frischen Lage einbetten — nicht an die Platte: Tief versenktes Gewebe armiert nichts. Bahnen mit 10 cm Überlappung, geschlossen mit einem Gang, der das Gewebe völlig verdeckt. Öffnungsecken bekommen Diagonalarmierungen unter 45° vor dem Flächengewebe — Fassadenrisse beginnen an Fensterecken vor jedem anderen Ort.

Der Oberputz

Nach dem Trocknen des Unterputzes (typisch 3 Tage, je nach Wetter) kommen der Putzgrund und die Endlage — ein Strukturputz oder eine flexible Fassadenfarbe. Der Oberputz wird je Fassadenfläche „frisch in frisch“ ohne Halt mitten in der Wand gezogen — sonst bleibt die Ansatzlinie für immer.

Die Fehler gedämmter Fassaden

  • Kleberbatzen ohne Randwulst — Luft zirkuliert hinter den Platten.
  • Ein Plattenstoß auf der Fensterlinie — der berühmte Diagonalriss.
  • Kleber in den Plattenfugen: Wärmebrücken zeichnen das Plattenraster auf die Fassade.
  • Gewebe an der Plattenoberfläche statt im äußeren Drittel.
  • Keine Diagonalarmierungen an den Öffnungsecken.
  • Dübeln vor dem Erhärten des Klebers — die Platte verschiebt sich.

Häufige Fragen

Kann der Kleber die Dübel ersetzen — oder umgekehrt?

Nein: Der Kleber trägt das Gewicht und sperrt die Luftzirkulation, die Dübel halten den Windsog. Bei geringer Höhe und sehr tragfähigem Untergrund geht es theoretisch ohne Dübel, aber die Praxisregel unseres Marktes lautet: immer beides.

Wie lange zwischen Plattenkleben und Gewebelage?

24–48 Stunden fürs Erhärten des Klebers, dann Schleifen und Dübeln, dann Gewebe. Wochenlang der Sonne ausgesetztes EPS vergilbt und degradiert oberflächlich — die Fassade nicht lange nackt lassen; wenn doch, die degradierte Fläche vor dem Weiterarbeiten abschleifen.

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Zuletzt aktualisiert: 2026-08-09